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Wolfgang Schäuble, die christliche Ethik und der Teufel des Materialismus

Die Financial Times Deutschland (online) gibt in einem Artikel einen erschreckenden wie amüsierenden Einblick in eine aktuelle Debatte innerhalb der CDU:

Schäuble wendet sich aber klar gegen einen ungehemmten Materialismus. „Die völlige Ökonomisierung des Lebens ist des Teufels.“ Anders als in China oder Afrika sei der Mangel an materiellen Gütern nicht Deutschlands größtes Problem. Entwurzelung und Mangel an gesellschaftlicher Teilhabe seien keine Frage des Geldes. „Jetzt spricht wieder der Haushaltsminister.“ Bei der Konsolidierung des Etats sei „noch viel Platz“, lässt er seine Parteifreunde wissen.

Die völlige Ökonomisierung des Lebens muss des Teufels sein, da selbst die wissenschaftlich-mathematische Annäherung an einen Betrag in €, der die Befriedigung der materiellen Bedürfnisse der ALG 2-Empfänger bezahlen kann, nicht zu bezahlen ist. Deswegen muss gesellschaftliche Teilhabe auch ohne Geld möglich sein. Und das ist so wahr, wie Herumlungern auf öffentlichen Plätzen nichts kostet. Wer jetzt behauptet, dass Teilhabe zusammengesetzt sei aus dem Substantiv Teil und dem Verb haben, ist des Teufels.

Der Kapitalismus wird aufgespalten in den lieben, deutschen, der den Massen keinen Wohlstandszuwachs mehr ermöglichen kann und deshalb zu Askese und Verwurzelung einlädt, und den afrikanisch-chinesischen, der gierig immer mehr haben will (womöglich noch auf Kosten der Umwelt!). Es kommt Schäuble nicht in den Sinn, dass er sich lächerlich macht mit seiner widerspruchsüberladenen, zusammengebastelten Rechtfertigungsideologie

„Der Mensch hat seine Würde vor jeder staatlichen Ordnung“, sagt er. Man müsse jedem helfen, eine Gegenleistung zu erbringen.

Alles – natürlich – keine Frage des Geldes.

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