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Geldverleiher, Parasiten, Lügenpack…

Allen Lesern, die sich schon immer gefragt haben, wo denn der Antisemitismus in (West-)Deutschland nach 1945 geblieben sei, kann ich heute zumindest eine Teilantwort anbieten: im politischen Kabarett. Aber so deutlich wie Georg Schramm als Lothar Dombrowski hat es noch niemand ausgesprochen:

[…]das Wirtstier, das sind wir!

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Einsortiert unter:Antisemitismus, Politik, , ,

22 Responses

  1. profiprofil sagt:

    Mann Bechstein: solltest Du nicht besser aufhören, das Haar in der Suppe finden zu wollen? Wenn ich Deine Intentionen richtig deute, dann bist Du ein OPFERMENTALITÄTER, wie er im Buche steht – http://www.dialogbuch.de – ein Mensch also, der alles tut, um sich (und seinesgleichen) als „Opfer“ bemitleiden zu können.
    Kein Wort, Bechstein, ist „antisemitisch“ – das sagt Dir einer, der dazu Denkanstöße vermittelt hat, wie sie in Deutschland Ihresgleihen suchen – Überprüfe: blogfighter.de – „antismetisch“ kann nur seine Verwendung sein. Und eine solche Denke Georg Schramm zu unterstellen, ist mehr als erbärmlich, ist Rufmord!
    Gerd Weghorn, Bonn

  2. bechstein sagt:

    Wo bin ich denn hier Opfer? Was ist denn meine Intention? Sie sind doch das größte Wahnopfer; Sie versuchen auf ihrem Blog, ganz idealistisch, alle Begriffe die Sie stören entsprechend umzuwandeln oder gleich abzuschaffen.
    Hier ist ihr Begriff von Antisemitismus, ich zitiere:

    „Für mich persönlich ist ‚Antisemitismus‘ ausschließlich ein rassistisch-biologistischer und ’naturrechtlich‘ abgeleiteter Begriff aus dem Deutschland, Österreich und Frankreich der Gründerjahre (1871ff.), der 1919 von den Nazis aufgegriffen und für ihre Zielsetzungen instrumentalisiert wurde, und der – das ist mein Vorschlag – auch ausschließlich nur in dieser radikalisierten politischen Funktion – die in der Praxis dann zum II. Weltkrieg und zum Holocaust geführt hat – verwendet werden sollte!“

    Was Sie fordern ist eine ausschließlich historisierende Verwendung des Begriffs. Der Antisemitismus hat sich aber 1.) in der Geschichte auch nach 1945 gewandelt und 2.) War Antisemitismus nie so wissenschaftlich wie sie unterstellen, sondern auch esoterisch und verschwörungstheoretisch. Ihr Begriff von Antisemitismus macht Antisemitismus nach 1945 unmöglich. Kurzum: ihr Begriff ist Schrott.

    Weiterhin: Antisemitismus fängt nicht erst an, wenn Juden ermordet werden. Wenn Sie mir nicht glauben, dann vergleichen Sie die „Argumentation“ Schramms einmal mit den Protokollen der Weisen von Zion: http://de.wikipedia.org/wiki/Protokolle_der_Weisen_von_Zion
    Rufmord? LTI!

  3. profiprofil sagt:

    Sorry Bechstein, aber was Sie mir entgegnen, das entbehrt der Argumentation: Wann fängt dann bei Ihnen A. an? Das A. „wissenschaftlich“ sein soll, habe ich nie „unterstellt“, sondern mit „biologistisch“ das Gegenteil, nämlich die Wissenschafts-Camouflage belegt.

    Das, was sich nach 1945 „gewandelt“ haben soll, ist – wie ich es nachgewiesen habe – der Antizionismus, nicht aber der A.

    Wenn ich Sie richtig verstehe, dann sind Sie aer an einem sehr weiten Begriff von Antisemitismus interessiert? Und zwar genau wegen der Konnotation „Völkermord“?!Um auch G. Schramm mit dieser Ihrer Antisemitismuskeule schlagen zu können. Oder?

    Was eigentlich regt Sie an seiner Feststellung zum „raffenden Kapital“ – wie ich es nenne: http://profiprofil.wordpress.com/2009/06/11/raffendes-kapital-1/ – eigentlich auf: gibt es das nicht in der Wirklichkeit? Und muss man seinen Einfluss nicht auf Null zurückfahren: http://profiprofil.wordpress.com/2009/08/14/womit-die-spd-die-wahlen-gewonnen-hatte/ ?
    Ihre Argumentation würde mich sehr interessieren.
    Gerd Weghorn

  4. bechstein sagt:

    Ich gehe mal nach Absätzen vor:

    1.) Antisemitismus äußert sich als Verschwörungstheorie vor 1945 (Protokolle der Weisen von Zion) wie nach 1945 (Holocaustleugnung), frei von jeder Wissenschaftstravestie.

    2.) s.o.; Der Antisemitismus muss sich nach 1945 anders äußern um überhaupt relevant zu bleiben.

    3.) Ich weiss nicht, wie Sie auf den Begriff Völkermord kommen. Ich glaube nicht, dass Georg Schramm Juden umbringen will, ich habe lediglich gezeigt, dass er antisemitische Bilder benutzt. Apropos Interessen: haben Sie sich schonmal gefragt, welches Tier hier verehrt wird und was sich hinter dieser Symbolik versteckt?
    Sie kommentieren auf dem falschen Blog.

    4.) Der Begriff des „raffenden Kapitals“ ist nicht nur falsch – da er suggeriert es könnte Produktion ohne Finanzwirtschaft im Kapitalismus geben – er ist genuin nationalsozialistisch:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismuskritik#Nationalsozialistische_und_sp.C3.A4tere_rechtsextreme_Kapitalismuskritik

    Ich glaube, Sie keulen sich hier selbst.

  5. chrisse sagt:

    gab es die Kritik am „raffenden Kapital“ nicht schon vor den Nationalsozialisten? Kommt mir eher marxistisch vor…

    • bechstein sagt:

      Ähnliche Gedanken finden Sie vielleicht auch bei Luther, Proudhon und Gesell, aber der Begriff ist mir vor allem aus der NS-Propaganda bekannt.

      Marxistisch ist der Begriff nicht, erstens weil er aus marxistischer Perspektive keinen Sinn macht und deshalb nicht vorkommt, und zweitens weil die Marxisten und die Arbeiterbewegung selbst klüger als die Linke heute waren und die Finanzwirtschaft als Vorraussetzung für fortschrittliche kapitalistische Produktion sahen.

      Vielleicht lesen Sie mal ein paar Sätze Marx, ich habe die Marx-Engels-Werke sogar verlinkt, dann müssen Sie sich mit Ihrem Halbwissen nicht weiter blamieren.

      • chrisse sagt:

        Sie reden von Sprachbildern, nicht von Gedanken und diskreditieren mit den Sprachbildern womöglich die Gedanken, die übrigens deutlich älter als Luther sind und rein gar nichts mit dem Judentum zu tun haben. Marx hat das Kapital natürlich als „raffend“ angesehen, wenn auch nicht in dieser Ausdrucksweise und nicht beschränkt auf den Finanzkapitalismus, sondern global als Eigenschaft / Zwang des Kapitals.

    • „Die Kapitalien der Banken teilt der Verfasser [E. Agahd] in „produktiv“ (in Handel und Industrie) und „spekulativ“ (in Börsen- und Finanzoperationen) angelegte ein; dabei glaubt er von dem ihm eigenen kleinbürgerlich-reformistischen Standpunkt aus, man könne unter Beibehaltung des Kapitalismus die erste Art der Kapitalanlage von der zweiten trennen und die zweite beseitigen.“ (Lenin)

  6. bechstein sagt:

    @profinazi:

    Ich habe Ihren letzten Kommentar gelöscht. Sie finden mit ihrer komplett nationalsozialistischen Begriffsscheisse hier keine Kameraden.

  7. profiprofil sagt:

    Bechstein: ich habe immer geglaubt, dass Sie sich mit meiner Argumentation nicht auseinandersetzen wollen, weil Ihnen Wahrheit nicht in den Kram passt, aber es hat sich – nach Ihrer Etikettierung meiner Person – übrigens genau im Nazi-Stil – als „profinazi“ bei mir auch der Eindruck verdichtet, dass Sie das intellektuell nicht können.

    Nun: ich ertrage Ihre Kampfinkompetenz mit Gleichmut, werde aber weiterhin dafür sorge tragen, Delegitimierern jeglicher Provenienz das Wasser abzugraben.

    PS. Sie können sich denken, dass ich nicht nur Ihre Beiträge, sondern auch meine Beitrage archiviere – schließlich bin ich als blogfighter.de Profi – und dass, wenn ich es will, Ihre Zensur und Ihre Beleidigung öffentlich machen kann. Sollten Sie also auch diese Antwort von mir nicht veröffentlichen, dann werde ich auf mein Recht zur Rechtfertigung Gebrauch machen (müssen).

    Also, Bechstein: Haltung bewahren, Kampfkompetenz entwickeln, am effektivsten – wie Sie es in meinen Beiträgen bewundern können – darüber, dass Sie Abschied nehmen vom hasserfüllten „Denken“ und das Wirklich-denken-koennen.de erlernen: es lohnt sich.

    • bechstein sagt:

      Ich habe den Beitrag freigeschaltet, ich hoffe hiermit Missverständnissen, auch von anderen Lesern, vorzubeugen.

      Also:

      Ich kenne die wenigsten Kommentarschreiber hier persönlich und es ist mir gleich für was sie sich halten. Nur: jemand, der nationalsozialistische Begriffe übernimmt und verteidigt, hinter jedem Antisemitismusvorwurf ein Interesse vermutet und Antisemitismus nach 1945 für nicht möglich hält, macht sich verdächtig und damit zensurwürdig.

      Sie können gerne über die Zensur auf diesem Blog hier schreiben, ich würde das sogar begrüßen. Ihre Seiten sind jetzt oft genug verlinkt, alle Leser die es tatsächlich interessiert können ja lesen, was Sie für Antisemitismus halten und warum Sie das „raffende Kapital“ für so schlimm halten etc..

      Wenn Sie mir erklären können, wann und warum Nazis im Nazi-Stil andere Menschen als Nazis etikettieren sollten, schalte ich Ihre Kommentare wieder frei. Ich fürchte jedoch dass das schwierig wird. Oder anders ausgedrückt: sparen Sie sich den Ärger, Sie sind mir doch ohnehin – offensichtlich – intellektuell überlegen.

  8. profiprofil sagt:

    Bechstein: ich finde, wir sollten Frieden miteinander schließen, kann es uns doch nur darum gehen, Erkenntnisse zu gewinnen und zu kommunizieren – und dies in der Hoffnung, einander damit intellektuell und lebenspraktisch zu bereichern?

    Ich darf Sie bitten, alle meine (polemischen) Beiträge hier in dieser Absicht zu lesen und stelle auch gerne folgende These zur Diskussion:

    „Antisemitismus“ ist – objektiv gesehen – ein Begriff, dar im Interesse seiner Gebraucher und deren Kritiker/Gegner/Feinde eine bestimmte, nämlich biologistisch rationalisierte, Einstellungen und Haltungen legitimieren soll, und das ist die des Holocaust, der Tötung der Menschen, die von den Endlösern als „Jude“ identifiziert und etikettiert (Judenstern) worden sind.

    Sie, Bechstein, haben – wenn ich Sie richtig verstehe – ein Interesse daran, dieses mein enges Verständnis von A. – oder auch Nazi – zu erweitern, und ich frage Sie: Wozu, zu welchem Zweck? Wenn Sie mich wegen meiner Denke als einen Nazi bezeichnen, dann ist das – angesichts meiner Veröffentlichungen – eine Verunglimpfung, spekulieren Sie doch darauf, dass die historische Bedeutung dieses Begriffs Ihnen dazu verhelfen könnte, meine Ansichten zu diskreditieren und sich nicht mehr mit mir auseinandersetzen zu brauchen/müssen: „macht sich verdächtig und zensurwürdig“ (Bechstein). Oder?!

    Ich halte den Begriff „raffendes Kapital“ (i. Vgl. zu „Heuschrecken“ oder „Raubtierkapitalismus“) für sehr brauchbar, weil ich dieser „kleinbürgerlichen Illusion“ anhänge, dass sich – wie in den USA ja schon gewesen – Geschäftsbanken und Investmentbanken trennen und letztere so scharf kontrollieren lassen, dass der Spekulation strukturell die Geschäftsgrundlage entzogen wird! Und das will ich politisch, also durch strukturelle Reformen über Gesetze durchsetzen

    Auch darf ich Sie bitten, nicht den Auslöser unserer Debatte zu vergessen, der darin bestand, dass ich gute Gründe gesehen habe, Herrn Schramm vor Ihren Verunglimpfungen in Schutz zu nehmen. Haben Sie das nötig? Ich denke nicht: Sie sollten also auch Frieden mit ihm schließen, der doch an keiner Stelle seiner Rede auch nur eine Andeutung in der Richtung gemacht hat, dass er „Juden“ gemeint habe, als er von „Geldverleihern“, „Parasiten“ und „Lügenpack“ gesprochen hat. Wie Marx es 1844 schon trefflich ausgedrückt hat, so ist das den Mammon anbetende „Judentum“ längst im „Christentum“ angekommen und aufgeblüht (Sie erinnern sich der Prozession im italienischen Viertel in „Der Pate“?), weshalb der ökonomisch begründete Judenhass in meinen Augen nichts anderes als Selbsthass der sich als „Christen“ Verstehenden (gewesen) ist. Aber das ist schon wieder ein neues Thema.

    Gerd Weghorn

  9. powled sagt:

    was wird gesagt, von schramm?

    ab 5:25:
    „das volk ist weiter als die in der regierung.[…]
    das volk würde liebend gern den banken wieder zu dem ansehen verhelfen, dass sie einmal hatten, als man sie noch geldverleiher nannte. als es noch ein dreckiges handwerk war, dass ein ehrbarer christ gar nicht ausüben wollte. als die ackermänner den dienstboteneingang nehmen mussten, anstatt als fußvolk der herrschenden an der tafel zu sitzen. […]
    mit an der herrschaftstafel dürfen geldverleiher erst sitzen, seit sie kaiser und königen den wahlkampf finanzioert und dafür das monopol auf silbertaler forderten und auch bekommen haben.“

    die brd ist ein „marodes system, das weltweit an den fäden der geldverleiher zappelt“.

    ab 8:07

    „die wahrhaft mächtigen, die sind gewiss, dass sie die gunst des volkes schon verloren haben. das macht die kanzlerin so wertvoll. so lange sie die gunst des volkes hat, hat sie die gunst der macht. das nennt man in der biologie eine symbiose. aber wenn es zu lasten des wirtstiers geht, dann nennt man das eine parasitäre symbiose. und das wirtstier sind wir.“

  10. manna sagt:

    Ich habe Ihren letzten Kommentar gelöscht. Sie finden mit ihrer komplett nationalsozialistischen Begriffsscheisse hier keine Kameraden.

    mit gelöschten kommentaren findet er natürlich keine kameraden. aber diese angst, die dem löschen zugrunde liegt, ist nicht ganz unbegründet. hat schließlich gründe, dass profilnase gerade hier kommentiert.

  11. profiprofil sagt:

    ich schließe mich der Frage von bechstein an, mammon-money: lass kommen, zeig, was Du intellektuell drauf hast: widerlege meine Thesen – oder schweig!

  12. […] öden Montagsdemos, um als Lothar Dombrowski seine unendliche Wut zum Ausdruck zu bringen. Und das tat er. Doch damit nicht genug! Anstatt bloß die ohnehin überzeugten Stuttgarter Kleinbürger zu […]

  13. georgi sagt:

    Hier und da und an einer anderen Stelle habe ich schon geschrieben, was ich von Zinskritik halte. So, wie Du profiprofil behandelst, wirst Du aber niemanden von der Unsinnigkeit der Zinskritik überzeugen. Jeden, der dummen Theorien auf den Leim geht, gleich mit Nazi und Antisemit zu labeln, ist unpädagogisch, weil das nicht überzeugt sondern beleidigt. Zumal verstärkt das ja auch den Eindruck, daß Du selbst nicht genau weißt, was es mit der Zinskritik auf sich hat, und Du deshalb zu Methoden greifen mußt, die in geschlossenen Weltanschauungssystemen und Sekten üblich sind.

    Warum führt Günther Schramms falsches Bewußtsein zu Faschismus und Völkermord? Auf die Nazizeit zu verweisen, führt da zu nichts. Einerseits haben sich die Nazis zu Hitlers Machtantritt längst von Gottfried Feders Wirtschaftsprogramm losgesagt. Andererseits hat der europäische Antisemitismus viele Seiten. Die Zinskritik spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Der kulturelle Antisemitismus Richard Wagners etwa hatte viel stärkeren Einfluß. Warum also verwirfst Du dann profiprofils Definition von Antisemitismus? Wenn Du die Zinskritik als zentrales Merkmal des Antisemitismus bezeichnest, warum darf profiprofil Biologismus nicht als zentrales Merkmal des Antisemitismus auffassen? Dann müßte man Thilo Sarrazin als Antisemiten ansehen. Daß seine Thesen zu Faschismus und Völkermord führen, halte ich für viel einleuchtender. Richard Wagners kulturalistischer Antisemitismus hat einiges gemeinsam mit Alice Schwarzers kulturalistischen Feindbildern. Sie wäre also auch Antisemitin. Das würde ich auch einleuchtender finden. Ist es denn nicht denkbar, daß ihre Ideologie zu Faschismus und Völkermord führt? Schließlich verlangt Alice Schwarzer Einschränkungen der bürgerlichen Rechte einer Minderheit. Das ist doch unverhohlen antidemokratisch und illiberal.

    • bechstein sagt:

      Keine Ahnung wohin Sie mit ihren selbst angelegten Assoziationsketten wollen. Georg Schramm spielt auf jüdische Hofbankiers an, das ist doch offensichtlich antisemitisch. Mein Blog ist nicht für verblödete Studenten, die Fußnoten an den banalsten Aussagen erwarten, gedacht.
      Weiterhin geht es doch um heutigen Antisemitismus.
      Ein Antisemitismusbegriff auf dem Stand von 1900 ist doch heute recht nutzlos. Und über Thilo Sarrazin kann man auch einfach sagen, dass er in der SPD ist. Also was ist Ihr Problem? (Mal abgesehen von der Lese- und Logikschwäche)

      • georgi sagt:

        Erstens gab es auch lombardische Bänker, die Fugger und alle möglichen anderen Nichtjuden, die Monarchen Geld liehen.

        Zweitens spielt Schramm auf das kanonische Zinsverbot der Religionen an. Geldverleihen als unanständig anzusehen, ist also zunächst nicht antisemitisch. Die Assoziation Geldverleiher = Jude und die auf dem kanonischen Zinsverbot des Christentums aufbauende antisemitische Abwertung des Jüdischen ergab sich erst im Laufe der europäischen Geschichte. Wenn man diejenigen, die Geldverleihen moralisch verurteilen oder das Geldverleihen untersagen wollen (wie die Anhänger Gesells), Antisemiten nennt, dann müßte man auch Islamic Banking antisemitisch nennen. Das ist aber absurd, weil Gesells Zinsverbotsforderung und das Zinsverbot der Religionen sich überhaupt nicht gegen die Juden richten.

        Drittens: Warum benötigen wir anno 2011 einen anderen Antisemitismusbegriff als 1900? Der Antisemitismus des Jahres 1900 hat doch zum Holocaust geführt, und nicht der aus dem Jahre 2011.

        Viertens: Thilo Sarrazin mag ja in der SPD sein. Der propagiert aber genau wie die Nazis ein biologistisches Erklärungsmodell. Und das hat zum Holocaust geführt. Wenn nämlich gesellschaftliche Probleme durch die Existenz Angehöriger minderwertiger Rassen hervorgerufen wird, so kann man diese Probleme nämlich auch nur durch die physische Vernichtung dieser Rassen aus der Welt schaffen. Insofern hat profiprofils Antisemitismusbegriff durchaus Substanz.

        Fünftens überzeugt ihr niemanden, der die Ackermänner für die Verursacher der Finanzkrise hält, indem ihr die Leute mit falschem Bewußtsein Antisemiten nennt, weil von Juden nirgends die Rede ist, von deren Abwertung oder Vernichtung gleich gar nicht.

  14. profiprofil sagt:

    @bechstein: ich danke Ihnen, dass Sie diese Diskussion über die Legitimität der Verwendung des Antisemitismusbegriffs als Schlagwort gegen Antizionisten, Isralkritiker oder Judenhasser ermöglicht haben; da ich in der Zwischenzeit einen gleichgelagerten Disput mit den gleichlautenden Ausführungen des Herrn Jurga hatte, möchte ich auf diesen Meinungsaustausch hinweisen, verbunden mit der Hoffnung, dadurch meine Position verständlicher gemacht zu haben?!
    http://www.vorwaerts.de/blogs/linkspartei-ae-hier-die-willkommenen-genossen-da-die-antisemiten#kommentare

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